Unsere Vereinsgründung

 

Es waren einmal ein paar „angefressene Hobbyfunker“, die mit ihren Handgugen unterwegs waren. Geräte, zum Teil gekauft, z.T. selber gemacht, bis ende der 70er Jahre. Dann tauchten langsam die CB-Funker auf, denn die PTT hat schrittweise CB-Funkgeräte offiziell zugelassen. Erst Handgeräte mit wenigen Kanälen, dann Hand- und Mobilgeräte mit 22 K AM/FM 0,5W. So im Jahr 81/82 war der grosse Boom der CB-Funker auch bei uns in Schaffhausen. Wir hatten ein neues „Spielzeug“ und das musste ausgenützt werden. — Nächtelang und rabenschwarz ! — Wir machten damals alle den gleichen Fehler, den man als „Jungfunker“ macht. Jeder denkt er müsse möglichst viel anhängen, dass man weit kommt, bis man endlich gescheiter wird und merkt, dass es mit einer optimal abgestimmten Qualitätsantenne und like, doch viel besser geht. Item, damals war es noch anders.
Vielleicht eine oder zwei Episoden zur Erinnerung oder zum schmunzeln aus der damaligen Zeit: — Es war doch damals eine Station voll Tatendrang zum DXen auf dem Beringer Randen. Weil sein Antennenkabel etwas zu kurz war, befestigte er seine 1/2 Lamda eben nur fast ganz oben am Turm. Da er fürs DXen seine QSO nur „absolut like“ gefahren hat, bewirkte er, dass alle CB-Geräte zwischen Stein am Rhein und Bülach auf stumm geschaltet wurden. Für ihn aber ging es grossartig. Weil es ihm aber niemand über Funk sagen wollte, ging es nur wie zu Ritterszeiten, mittels Kurier.
Dann war da einmal durchgesickert, dass um Mitternacht eine weibliche Station das Munotglöcklein singen werde, auf Kanal 31 (PTT erlaubt 22 AM/FM). So waren natürlich an jenem Abend alle obergünstig im Randen, im Reiat, Kohlfirst oder Irchel ganz Ohr. Wir selber waren im Eschheimertal an einer Feuerstelle. Tatsächlich, etwas nach Mitternacht ging es los, erst etwas zaghaft, aber dann tönte es ganz gut. Der versprochene Sekt war ja auch schon im Kühlschrank kaltgestellt und das gab in dieser Nacht noch ein ganz tolles Fest, alles improvisiert aber oho. Interessant an diesem Abend war, wie viele Stationen „nur PTT-like auf Kanal 31“ mithörten.
Es war auch interessant, wie viele Stationen sich zu kleinen Gruppen zusammen schlossen und sich an einigen funktechnisch guten Punkten trafen. Das war so der Schleitheimer, der Siblinger, der Beringer, die Wasserader, nasse Füsse oder auch bei Stetten oder Lohn und immer hatten wir gute QSO‘s miteinander oder auch gute DX. Die „Träger“ damals konnte man ignorieren, die taten niemandem weh. Hingegen hatte eigentlich fast jeder Kaffee oder Kuchen oder auch einen Kasten Bier oder Wurst und Brot im Auto und so ergab es sich, dass die QSO immer bis weit in die Nacht oder sogar früh in den Morgen hinein gefahren wurden. Auch besuchte man sich gegenseitig an den verschiedenen Punkten. Ging das Trinken aus, konnte man beim „Christeli“ im Eschheimertal wieder auftanken. Es ergab sich automatisch, dass man sich gern dort traf. „Immer ? — Nicht immer, aber immer öfter !“. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Idee einen Club zu gründen, auch dort oben geboren wurde. An mehreren Abenden wurde der Rahmen besprochen, der Vorstand ausgewählt und auch das Was und Wie besprochen. Es hatte sich auch auf dem Funk herum gesprochen, dass da irgend etwas im Tun ist und darum hat sich auch niemand verwundert, wenn immer mehr CB-Stationen auftauchten.
Eines abends nahm ASTOR Freddy einen Bierdeckel, stellte ein Weinglas darauf und zeichnete den Boden nach. So sagte er, das wird unser Clubsignet. ISAR René, als vorgesehener Präsident stellte uns seinen Skip zur Verfügung. Das wurde alles auf den Bierdeckel geschrieben, wie es einmal aussehen sollte. In den nächsten Tagen und Wochen diskutierte man über Statuten, die nicht zu kompliziert sein dürfen, denn wir waren ja alle eine „legère Gesellschaft“, wie üblich bei CB-Funker. Der Sommer ging langsam zu Ende und im September war es soweit, dass wir unseren eigenen CB-Funk-Club gründen konnten. Am 11. September 1982 abends trafen wir uns im Restaurant Randenturm Beringen. Anwesend waren die ersten 23 „Urmitglieder“ z.T. mit Anhang. Es war ein ganz toller Abend. Eigentlich hatte keiner eine Ahnung, wie so eine Clubgründung korrekt vor sich geht, aber das spielte bei uns auch keine Rolle. Tatsache war, als wir uns wieder trennten, war der CB-Funk-Club JSAR Beringen offiziell gegründet, der Präsident ISAR 78 René ( er hat übrigens bald nachher seinen Skip auf KENWOOD 78 geändert ) und der restliche Vorstand: ASTOR 78 Fredy, BARSCH 78 Walter, MANOLITO 78 Marcel und SOLAR 78 Kurt waren gewählt und die vorbereiteten Statuten waren auch angenommen. Ziemlich feuchtfröhlich wurde unser Club aus der Wiege gehoben. In den nächsten Tagen und Wochen posaunten das alle in den Aether hinaus und darum wunderte sich niemand, dass unser Club schnell wuchs. Für den 3. Hock mussten wir schon einen grösseren Saal haben, im Restaurant Bahnhof Paradies-Schlatt. Dort war auch unsere 1. Generalversammlung und unser Club war schon auf 65 Mitglieder angewachsen.

                                                                                                                SOLAR 78 Kurt

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